Zum Hauptinhalt springen

20 Jahre Beirat für Frauen- und Mädchenangelegenheiten im Bezirksamt Reinickendorf

kommunalpolitische Themen • Demokratie

Wir in Reinickendorf 06 - 07/2013

Foto: Evelyn König; Brigitte Kowas, Gleichstellungsbeauftragte im Bezirksamt und Agnes Steyer-Fontana, 1.Vorsitzende des Beirats für Frauen- und Mädchenangelegenheiten

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, das steht in Art. 3 S. 2 des Grundgesetztes. Dennoch gehören Frauen auch heute noch, insbesondere im Arbeitsleben, zu den Benachteiligten der Gesellschaft. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 5 991 weibliche Arbeitssuchende in Reinickendorf gemeldet. Politisch sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Weltweit ist jede dritte Frau das Opfer einer Gewalttat. In den Flüchtlingsunterkünften Reinickendorfs sind viele Mütter mit kleinen Kindern untergebracht. Im Marie- Schlei-Haus, das besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen eine Bleibe bieten soll, bilden sie die Mehrheit.

Die grundgesetzliche Garantie des Art. 3 in der gesellschaftlichen Wirklichkeit durchzusetzen, ist Ziel und Aufgabe des Beirats für Frauen- und Mädchenangelegenheiten im Bezirksamt Reinickendorf, der im September sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Viele Themen und Aufgaben

Er ist ein unabhängiges und überparteiliches Gremium, das die Interessen und Belange der Mädchen und Frauen im Bezirk vertritt und fördert. Er ist der der Abteilung Jugend, Familie und Soziales zugeordnet. Zu seinen Themen gehören die Gesundheitssituation in Reinickendorf, das Schicksal von Migrantinnen, Wohnraumknappheit, häusliche Gewalt, Lohnungleichheit und Altersarmut.

Zu den Themen Lohngleichheit, dem Equal Pay Day und Gewalt finden gemeinsame Veranstaltungen mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Brigitte Kowas und dem Beirat statt. 2012 gab es die Veranstaltung „Was tun bei häuslicher Gewalt“ zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit hinsichtlich der Kooperation mit der Polizei, der Beratungsstelle BIG HOTLINE, dem BUNDESWEITEN HILFSTELEFON, Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen.

Schwerpunkt Gleichstellung

Frauen unterbrechen eher und länger ihre Erwerbstätigkeit und arbeiten oft weniger Stunden als Männer, um familiäre Verpflichtungen wie Kindererziehung und Pflege von Angehörigen nach zu kommen. Die Folgen stellt Brigitte Kowas in ihrem Tätigkeitsbericht 2012, in dem sie Bezug auf den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung nimmt dar.

In Deutschland sind nur ein Drittel der Führungspositionen mit Frauen besetzt. Im Durchschnitt verdienen Frauen 23 % weniger als Männer. 62% der berufstätigen Frauen mit Kindern arbeiten in Teilzeit, hauptsächlich weil bedarfsgerechte Kindergartenplätze fehlen. Oft haben sie Minijobs, die nicht versicherungspflichtig sind. Dies macht sich später hinsichtlich der Rente bemerkbar. Ihnen droht die Altersarmut.

Die Presseerklärung des Frauenund Mädchenbeirates vom 15. Mai enthält den Aufruf an Politik und Gesellschaft, veränderte Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Männer und Frauen gleichermaßen für ihren Lebensunterhalt und ihre soziale Versorgung im Alter sorgen können. Gefordert wird u.a. die gleiche Anerkennung beruflicher Qualifikation, eine veränderte Infrastruktur hinsichtlich von Kitaplätzen, schulischer Versorgung und Pflege, flexible Arbeitszeiten und die rentenrechtliche Anrechnung von Familienarbeit.

DIE LINKE Reinickendorf schließt sich dem Aufruf an: „Gleichstellungspolitik ist eine Querschnittsaufgabe und geht uns alle an“. Wir gratulieren zum bevorstehenden Jubiläum und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Beate Orth

 

Zurück zum Kopf der Seite