Schulpolitik nach Gutsherrenart
kommunalpolitische Themen • Schulen
Wir in Reinickendorf 03-04/2013
Schulpolitik, insbesondere wenn es um die Grundschulen geht, wird in Reinickendorf immer noch nach Gutsherrinnenart betrieben.
Eine Schule sollte geschlossen werden, wegen angeblicher Mängel beim Brandschutz. Die Kinder dieser Schule könnten abgeblich bequem in anderen Schulen untergebracht werden, denn die Schülerzahlen seien rückläufig. Auch der Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ könne so eingehalten werden.
Knapp ein Jahr später ist die Gutsherrin, pardon, die Bezirksstadträtin, mit dem Problem der Schulraumnot im MV konfrontiert. Schnell wird erwogen, eine Schule umzusiedeln - ausgerechnet die Europa-Schule, die eng mit der benachbarten Kita vernetzt ist. Wohin? Kein Problem, denn in Heiligensee gibt es eine leer stehende Schule, also kommen die Schüler dorthin. Kurze Beine, kurze Wege? Was soll´s!
Ich meine, so geht es nicht. Kinder sind keine Verschiebemasse, die nach Belieben von A nach B verfrachtet werden kann.
Was passiert aber im nächsten Jahr, wenn das Problem in den anderen Ortsteilen, z. B. Reinickendorf Ost akut wird? Keine Angst, unsere Gutsherrin, pardon, Bezirksstadträtin, wird schon eine Schule finden, die sie, z. B. nach Lübars, umsiedeln kann.
Marion Kheir
