Gedenkort ehemaliger Friedhof der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik
kommunalpolitische Themen • Kultur
Einwohnerfrage in der 49. Sitzung der BVV
Gedenkort ehemaliger Friedhof der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik
Yannik Wiedenbrück, Mitglied des Bezirksvorstands der Reinickendorfer LINKEN, fragte das Bezirksamt und die Fraktionen:
Welche Fortschritte gibt es bei der Erfüllung des Beschlusses der BVV vom 13.5.2015 - Drucksache-Nr. 0822/XIX -, um den „alten Anstaltsfriedhof“ der Vergessenheit zu entreißen und der dort liegenden Opfer der NS- Gewaltherrschaft endlich würdig zu gedenken?
Bezirksstadträtin Schultze-Berndt (CDU) antwortete, die Erfüllung des Beschlusses erweise sich als kompliziert, da wissenschaftliche Untersuchungen fehlten, es keine Unterlagen gebe und die Anlage nicht unter Denkmalschutz stehe. Grundlagenforschung sei hier nötig. Der Einsatz von Mitteln könnte aber auch umsonst sein. Sie versicherte, für den Bezirk sei das ein wichtiges Thema. Sie würdigte das Engagement von Bürgern, einer Religionslehrerin, hoffe, dass sie weiter einen Beitrag leiste. Ende Februar findet die nächste Gesprächsrunde mit der Senatsverwaltung und Vivantes statt.
Sabine Burk (SPD, Vorsitzende des Kulturausschusses) verwies auf die schwierige Gemengelage, da der Bezirk nicht Eigentümer des Geländes sei. In den Gesprächen mit Vivantes scheine es Fortschritte zu geben.
Torsten Hauschild (FV B90/Grüne, Anreger der BVV-Beschlüsse) dankte dafür, dass sich „auch andere“ für das Projekt engagieren. Das sei kein einfacher Weg, es gehe nur Schritt für Schritt voran. Erreicht wurde, dass der Hinweis auf den „Anstaltsfriedhof“ in die Ausstellung „totgeschwiegen“ aufgenommen wurde. Gut, dass die möglichen Beteiligten sich wieder an einen Tisch setzten. Einzelpersonen müssten befragt, Quellen erschlossen werden. Er hoffe, dass bis zum 75. Jahrestag des Kriegsendes eine Lösung gefunden werde.
Auf die Nachfrage von Yannik Wiedenbrück, ob die Gefahr bestehe, dass das Gelände von Vivantes verkauft und für Wohnungsbau genutzt werden könne (auf der homepage von Baustadtrat Lambert wird das Gelände der KBoN als Wohnungsbaupotenzialfläche genannt), gab es keine eindeutige Antwort.
