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Keine Homophobie in Reinickendorf!

Rede von Deniz Seyhun auf der BVV

Deniz Seyhun, Mitglied der Linksfraktion, hat in der 7. Sitzung der BVV gefordert, dass Diversität in all ihren Ausprägungen als ganz gewöhnlicher Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen werden müsse. Lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich würden immer noch nicht als ganz normal angesehen. "Wir Linke stellen uns gegen jegliche Art von Diskriminierung und fordern gerade in diesem Zusammenhang seit langem die Ehe für alle."

Die BVV hatte im April homophobe Äußerungen gegenüber einem Erzieher einer Reinickendorfer Kindertagesstätte von Teilen der Elternschaft einstimmig missbilligt und erklärt: "Es bedarf dringend Aufklärung zur Toleranz. Menschen in unserem Bezirk dürfen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, egal welcher Richtung, nicht diskriminiert werden."

Hier dokumentieren wir die Rede von Deniz Seyhun in ganzer Länge.

Im Januar veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes eine repräsentative Umfrage, die die Haltung in Deutschland zeigt. Demnach findet ein Viertel der Befragten es unangenehm, wenn der Erzieher schwul ist. Etwa ein Fünftel hadert mit lesbischen Erzieherinnen.

Immer wieder berichten Pädagogen von Vorbehalten – aus allen Berliner Bezirken und von Eltern aller Glaubensrichtungen. Die Angst, dass schwule Erzieher übergriffig oder Kinder homosexuell würden, ist kein muslimisches Klischee.

Das in Deutschland aus der Kaiserzeit stammende Verbot von Homosexualität fand als Paragraf 175 Einzug ins deutsche Strafgesetzbuch und konnte dort sage und schreibe bis 1994 fortbestehen. Und die Entschädigung der Menschen, die nach diesem Paragrafen verurteilt wurden, wird in diesen Tagen zwar gerade wieder quer durch die Parteien begrüßt, rechtskräftig und auszahlbar ist sie bis heute allerdings nicht.

In Baden-Württemberg flammte vor nicht langer Zeit ein Schulstreit um die Frage auf, ob im Rahmen des Sexualkundeunterrichts auch die Normalität von Homosexualität vermittelt werden sollte. Aus unserer Sicht ist das längst überfällig! Einigen Eltern ging das aber zu weit. Und die waren mehrheitlich deutsch und wurden von den Kirchen unterstützt. Und in Sachsen-Anhalt hat ein Politiker der zweitstärksten Fraktion (der AfD) in einer Parlamentsdebatte um den Fluchtgrund „Haft für Homosexualität“ gerufen: „Das sollten wir in Deutschland auch machen.“

Lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich – alles ganz normal? Von wegen!

Diversität muss in all ihren Ausprägungen als ganz gewöhnlicher Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen werden. Und da fangen wir am besten bei den Kleinsten an. Mehr männliche Erzieher brauchen wir ohnehin schon, um über traditionelle Geschlechterrollen hinaus, auch andere gleichwertige Rollenbilder zu vermitteln. Das beim Heranwachsen zu lernen ist am leichtesten, aber auch Erwachsene können Erlerntes wieder verlernen!

Wir Linke stellen uns gegen jegliche Art von Diskriminierung und fordern gerade in diesem Zusammenhang seit langem: Die Ehe für alle!