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Welt-AIDS-Tag in Tegel: Gedenken an Verstorbene und HIV-Positive

Als Kai Bartosch mit Andreas Otto, dem Vorsitzenden des Vereins Regenbogen Reinickendorf e.V., auf dem Platz in Alt-Tegel Kerzen anzündet, bleiben viele Menschen trotz der Kälte kurz stehen. Auf dem Boden liegt das Regenbogen-Banner des Vereins gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie.

Einige Leute fragen, was die Lichter in Form einer roten Schleife zu bedeuten haben. Andere nicken und stimmen zu, dass es wichtig ist, die vielen an Aids Verstorbenen nicht zu vergessen. HIV-positive Menschen gibt es auch hier in Reinickendorf. Beratungsangebote und Hilfen, wie zum Beispiel Regenbogen Reinickendorf anbietet, müssen verlässlich bleiben.

Kai Bartosch erinnert sich: "Mit Aids wurde ich durch den Film „Philadelphia“ mit Denzel Washington und Tom Hanks konfrontiert. Das war in meiner Schulzeit und ich sah den Film im Unterricht – wie wahrscheinlich so viele meiner Generation. Dieses Thema war damals echt wichtig – wir sprachen im Politikunterricht und in Biologie darüber und lernten nicht nur, wie das Virus funktioniert und sich verbreitet, sondern auch, aufgrund welcher schizophrenen Denkmuster Infizierte in unserer Gesellschaft stigmatisiert, Homosexuelle ausgegrenzt und verfolgt wurden."

Und heute? Der Umgang mit HIV-positiven Menschen ist tatsächlich sachlicher geworden. Es gibt inzwischen Medikamente, mit denen Infizierte sehr lange und beschwerdefrei leben können – die Krankheit bedeutet nicht mehr das sofortige Todesurteil. Dennoch: Das Aids-Virus gibt es nach wie vor und tödlich ist es noch immer, gerade in den Ländern auf dem afrikanischen Kontinent. Darum darf dieses Thema nicht vergessen werden – und auch nicht, dass Kondome schützen, aber sich niemand über einen Kuss oder eine Umarmung anstecken kann (ja, das wurde tatsächlich von vielen geglaubt!).