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Der Schäfersee ist ein Ruhepunkt in Reinickendorf. Foto: RAZ - fle

Zukunft Schäfersee

Die Reinickendorfer Allgemeine berichtet über die Diskussion in der BVV zu einer Einwohnerfrage von Anton Kulmus (DIE LINKE)

2013 und 2014 wurde der Schäfersee teilentschlammt. 1,8 Millionen Euro wurden dafür ausgegeben, danach hohe Summen für ein Monitoring. Inzwischen ist das Gewässer erneut so verdreckt, dass wieder kostspielige Reparaturarbeiten notwendig sind. „Der Haupteintrag kommt vor allem als Straßenabwässer von der Residenzstraße, der zum Teil hochtoxisch ist“, ist sich der Anwohner Anton Kulmus sicher.

In den See münden fünf Leitungen aus der Regenwasserkanalisation ein, die hohe Schmutzfrachten eintragen. Auf der Homepage der Senatsverwaltung für Klima, Verkehr und Umweltschutz heißt es: „Der See wurde 2013 und 2014 schonend im Saugspülverfahren entschlammt. Die Entwässerung der Sedimente erfolgte vor Ort auf einer freien Fläche mittels einer mobilen Anlage. Die Wirkung dieser Teilentschlammung auf den See wird im Jahr 2015 weiter beobachtet. Die Ergebnisse dieser Beobachtung dienen als Grundlage für die Entscheidung, ob und wenn ja welche nachfolgenden Maßnahmen am Schäfersee erforderlich sind.“

Anton Kulmus hat bei der jüngsten Sitzung Bezirksverordnetenversammlung vor der Sommerpause am 12. Juli eine Einwohneranfrage gestellt. „Warum kann sich der Bezirk nicht endlich dazu durchringen, beim Senat eine nachhaltige und auf Dauer preiswerte Lösung zu beantragen, um die hohe Belastung des Schäfersees durch die Residenzstraße mittels einer Kläranlage abwenden?“, fragte Kulmus und nannte als gutes Beispiel, wie so etwas funktionieren könne, den Halensee in Charlottenburg.

Bürgermeister Frank Balzer wies darauf hin, dass dafür die Senatsverwaltung für Klima, Verkehr und Umweltschutz zuständig sei: „Eine grundsätzliche Lösung kann nur gesamtstädtisch erfolgen.“ Gilbert Collé (SPD) meinte, die Antwort sei „nicht das, was die Reinickendorfer Bürger von ihrem Bürgermeister erwarten können.“ Das Monitoring indes sei sinnvoll gewesen: „Jetzt weiß man, welche Probleme es bei der Sauerstoffversorgung des Sees gibt.“ Heinz- Jürgen Schmidt (FDP) sagte: „Der Senat hat sich nicht um den See gekümmert, obwohl er das nach dem Wasserschutzgesetz hätte tun müssen. Vielleicht können auch gegenüber dem Bund Ansprüche geltend gemacht werden, die B96, also die Residenzstraße, ist ja eine Bundesstraße.“

„Alle paar Jahre eine teure Entschlammung ist nicht die Lösung“, sagten auch der Linke Felix Lederle und der Grüne Andreas Rietz. Balzer kam schließlich auf das Programm „Aktive Zentren“ zu sprechen, das zur Belebung der „Resi“ auf zehn Jahre angelegt ist und bis zu 45 Millionen Euro zur Verfügung stellt. „Ich kann allerdings nicht sagen, ob aus diesem Programm etwas für den Schäfersee abgezwackt werden kann.“ Das sei auch wieder Sache der zuständigen Senatsverwaltung, in diesem Fall der für Stadtentwicklung. bek

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